"T4"-Busgarage

Die ehemalige "T4"-Busgarage wurde Anfang 1941 im Innenhof der Tötungsanstalt Hadamar aufgestellt. Sie bot Platz für drei Busse, mit denen die „Gemeinnützige Krankentransportgesellschaft“ (Gekrat) die Opfer der "T4-Aktion" nach Hadamar transportierte. Die Busse waren grau lackiert und hatten angestrichene Fenster, so dass ein Hinein- oder Heraussehen unmöglich war.

Die Garage erfüllte zwei Zwecke: Einerseits sollte fremden Beobachtern der Blick von einer Anhöhe hinter der Anstalt auf das Entladen der Busse im Innenhof verwehrt werden, zum anderen wurde eine Flucht der Opfer verhindert. Von der Garage wurden die Opfer durch einen hölzernen gedeckten Gang in das Hauptgebäude geführt.

1948 wurde die Garage auf das zur Anstalt gehörende Hofgut versetzt und dort jahrzehntelang als Scheune genutzt. Allein auf einer Wiese stehend, Wind und Wetter ausgesetzt war sie 2003 vom akuten Einsturz bedroht. Mit finanzieller Unterstützung durch den Bund, das Landesdenkmalamt Hessen, den Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen und die Hessische Landeszentrale für politische Bildung gelang es dem Landeswohlfahrtsverband Hessen, das denkmalgeschützte Bauwerk zu retten. Es wurde abgebaut und nach einer denkmalpflegerischen Restaurierung 2006 nahe dem Originalstandort bei der Gedenkstätte wieder aufgebaut. Vor den Toren und an der Seite wurden Tafeln aufgestellt, die über die damalige Funktion der Garage informieren.

Auch in den anderen Gasmordanstalten gab es Busgaragen oder Busunterstände, jedoch ist heute nur die Hadamarer "T4"-Busgarage erhalten. Sie ist damit ein einzigartiges Denkmal der NS-Euthanasie-Verbrechen.