Persönliche Aussagen von Sterilisationsopfern

"Nachdem ich wieder gesund war, hielt ich es für ein Unrecht, daß man mich zu lebenslanger Unfruchtbarkeit verurteilt hat, nur weil ich einmal 83 Tage lang in einer Nervenklinik behandelt wurde. Mit der ärztlichen Diagnose Schizophrenie war ich schon ausreichend bestraft. Das Wertvollste, was ein Mensch außer seinem eigenen Leben besitzt, die Möglichkeit sich fortzupflanzen, wurde mir durch das Urteil genommen. Ich musste mich damit abfinden. […] Im Dritten Reich durfte ich keine gesunde Frau heiraten und habe durch Zufall eine sterilisierte Frau kennengelernt."
(Bund der "Euthanasie"-Geschädigten und Zwangssterilisierten e. V. (Hg.): Ich klage an, Detmold 1989, S. 20f.)

"Ich fühlte mich nicht mehr als volle Frau. Unfruchtbar gemacht wegen geistiger Minderwertigkeit. Nicht heiraten dürfen, keine Kinder haben dürfen, meinen Wunschberuf der Kindergärtnerin nicht ergreifen dürfen. Was blieb mir noch?"
(Ebd., S. 26)