Aussage 1947: Dr. Wahlmann

"Ich wusste nichts davon, dass die Kranken vorher schon dazu bestimmt waren. Ich lebte immer noch in dem Glauben: das ist ein Transport, bei dem nur die Leute ausgesucht werden, die zur Euthanasie hin sollen. Nun erfuhr ich erst mit einigen Worten – es könnte sein, dass ich die Rede auch vergessen habe, dass Zettel bestanden, Zettel ausgefüllt waren, und dass alle Leute, die nun ankamen aus Hofen, Berlin, Hamburg usw., dass die zur Euthanasie bestimmt waren; das wusste ich nicht. [...] Ich ging jeden Morgen durch die Station. Die Konferenz, die war morgens 9 Uhr, die Oberschwester und ein Oberpfleger oder Vertreter waren dabei. Ich hielt die Konferenz ab. Wir haben zunächst das Allgemeine besprochen und alle paar Tage, vielleicht in der Woche einmal, wurden die Fälle in den Krankengeschichten herausgesucht. Die Krankengeschichten hatte ich auf meinem Büroregal. Wir besprachen vorher, wen man so heute vornehmen könnte, in der Konferenz um 9 Uhr.
(Vorhalt) Die wurden mir vorgeschlagen, zum Teil von der Oberpflegerin oder vom Oberpfleger. Sie hatten noch nichts schriftliches in der Hand. Doch: sie hatten sich Notizen gemacht, wen sie mir vorschlagen wollten, so muss es wohl gewesen sein.
(Auf Vorhalt des Vorsitzenden, sich genau zu erinnern.) Die waren doch nicht als Vorschlag aufzufassen, vielleicht dass ich am Tage vorher schon mal sagte: die und die kommt morgen dran. Das kann vielleicht sein, dass ich das bei der Visite feststellte."