Anstaltsfriedhof

Der Friedhof entstand 1942, als die Verantwortlichen der Tötungsanstalt anordneten, ein in der Nähe des Hauptgebäudes befindliches Gelände für die Beerdigung der Mordopfer zu nutzen. Mit einem eigenen Friedhof sollte verhindert werden, dass die große Anzahl täglicher Bestattungen von Anstaltspatientinnen und -patienten auf dem Friedhof der Stadt Hadamar Verdacht erregte. Auf dem Anstaltsfriedhof ruhen ca. 4.000 Tote der Jahre 1942 bis 1945 ("zweite Mordphase"). Sie wurden in über 400 Massengräbern bestattet, welche an der Oberfläche als Einzelgräber angelegt waren. 1964 wurde der Friedhof zu einer "Gedenkstätte" umgestaltet. Die vermeintlichen Einzelgräber wurden eingeebnet. An ihrer Stelle befinden sich jetzt neun symbolische Grabsteine und eine über 6 Meter hohe Sandsteinstele am Rande einer mit Bäumen und Büschen bepflanzten Rasenfläche. Die Grabsteine versinnbildlichen die Religionen der Opfer: Abendländisches Christentum, Orthodoxes Christentum, Judentum und Islam. Der Sinnspruch auf der Stele mahnt den Betrachter: "Mensch achte den Menschen". Die Gedenkansprache zur Einweihung dieses "Ehrenfriedhofs" am 18. September 1964 hielt der Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche Hessen-Nassau, D. Martin Niemöller.