Relief am Eingang der Gedenkstätte

Dieses Relief zum Gedenken der Euthanasieopfer wurde bereits 1953 eingeweiht. Es handelt sich um das frühste öffentliche Gedenken an die Opfer der NS-Euthanasieverbrechen. Dies ist bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass der Krieg keine zehn Jahre vorüber war und es noch keinen Überlebensverband gab.


Initiator dieser Gedenktafel war Friedrich Stöffler, der damalige stellvertretende Landesdirektor des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen (LWV). Stöffler war schon vor dem Nationalsozialismus beim Bezirksverband Wiesbaden tätig, wurde jedoch bereits 1934 aus politischen Gründen entlassen. Gestalter der Tafel war der Bildhauer Anton Krams (1899-1982) aus Kiedrich. Er übergab das Relief in einer Feierstunde am 13.3.1953 in Anwesenheit des Landwirtschaftsministers Bodenbender Direktor Lange.


Aufgebaut ist das Relief in zwei Teilen: Zum einen das antike Frauenmotiv, das sich an der Schule von Rodin orientiert und zum anderen die Flammenschale mit prononcierten Buchstaben und Jahreszahlen, die an ein Kriegsdenkmal zu Ehren der Gefallenen aus dem ersten Weltkrieg erinnert. Aus heutiger Sicht ist das Relief schwer verstehbar, da es sich um eine stille Trauersprache handelt, die keine eindeutige Botschaft sendet.






(S. Uta George: erinnern und Gedenken in Hadamar, S. 432. In: (Hg.) U. George / G. Lilienthal / V. Roelke /P. Sandner / Ch. Vanja: Hadamar: Heilstätte, Tötungsanstalt, Therapiezentrum. Marburg 2006; „Seele, vergiß nicht die Toten!“, in: Nassauer Bote, 14.3.1953)