Wiedergutmachung

Nach dem Krieg wurden Zwangssterilisationen und NS-Euthanasie-Verbrechen viele Jahrzehnte nicht als "typisches NS-Unrecht" angesehen.

Die Opfer (Zwangssterilisierte und Angehörige von Ermordeten) erhielten deshalb keine Entschädigung nach dem Bundesentschädigungsgesetz (BEG). Mittlerweile haben sie einmalig ein Anrecht auf 2556,46 Euro im Rahmen der Härteregelungen des Allgemeinen Kriegsfolgengesetzes. Wer bei der Ermordung der Eltern älter als 27 Jahre war, erhält - auch heute – keine Zahlung. Außerdem sind geringfügige Hilfen durch Härtefonds der Länder möglich, wobei die schon erbrachten Leistungen berücksichtigt werden. Zwangssterilisierte Menschen haben seit 1980 einen Anspruch auf eine monatliche Leistung von 100 DM. 2006 wurde der Betrag auf 120 Euro erhöht.

Das "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" wurde nach dem Krieg regional nur außer Kraft gesetzt und nicht überall aufgehoben. Erst 1994 stufte es der Deutsche Bundestag als NS-Unrecht ein, 1998 wurden die Beschlüsse der "Erbgesundheitsgerichte" aufgehoben. 2007 beschloss der Deutsche Bundestag die Ächtung des Gesetzes. Seither gelten die Opfer als rehabilitiert und ihre Leiden werden als rassische Verfolgung im Sinne des BEG anerkannt.

Viele Betroffene schämen sich bis heute. Sie befürchten vor dem Hintergrund von psychischer Erkrankung und Behinderung diskriminiert zu werden. Ihre Interessen vertritt die Arbeitsgemeinschaft Bund der "Euthanasie"-Geschädigten und Zwangssterilisierten.


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